VuSD richtet Nachprüfstelle für Dichtheitsprüfungen ein

Der Verband der unabhängigen Sachkundigen für Dichtheitsprüfungen von Abwasseranlagen e.V. hat eine Nachprüfstelle für Dichtheitsprüfungen eingerichtet.

Der VuSD reagiert damit auf Anfragen privater und öffentlicher Kanalnetzbetreiber nach einer neutralen Begutachtung von bereits erfolgten Dichtheitsprüfungen.

Hintergrund:
Der Betreiber einer Grundstücksentwässerung ist für den funktionssicheren und dichten Betrieb seiner Abwasseranlage verantwortlich. Dieser verfügt aber in der Regel nicht über das notwendige technische Detailwissen, wie die am „Prüf-Prozess“ beteiligten Dienstleister und Aufsichtsbehörden. Der Eigentümer als Anlagenbetreiber nimmt somit von allen Beteiligten die vermeintlich schlechteste Ausgangslage ein, um den gesetzlich erforderlichen Prüfumfang gedanklich und in der wirtschaftlichen Tragweite nachzuvollziehen. Für viele Grundstücksbesitzer ist es daher bisweilen sehr schwierig, eine von ihnen bezahlte Dienstleistung, nämlich eine dem Gesetz nach möglichst bürgerfreundliche Dichtheitsprüfung auf ihre Qualität und Richtigkeit hin zu bewerten. Hinzu kommen eine Fülle an ständig geänderten Prüfungsanforderungen und Vorschriften zu Gunsten liberalerer Anforderungen an die Dichtheit. So sind Prüfergebnisse früherer Untersuchungen nach heutigem Anforderungsprofil und unter Anwendung des eingeführten Schadensbildreferenzkatalogs ggf. anders und für den Betreiber „positiver“ zu bewerten, da z.B. Bagatellschäden vielerorts mittlerweile keine Sanierungserfordernisse mehr nach sich ziehen. Die Leitung gilt somit unter neuen Aspekten bei geringfügigen Schäden als ausreichend funktionssicher und muss erst bei der erneuten Inspektion wieder überprüft werden. Vor Einführung des Schadenskatalogs hingegen war die Grundstücksentwässerung als undicht einzustufen und damit ein unmittelbarer Sanierungsfall.

Für viele Eigentümer kann es daher von Vorteil sein, vor der Beauftragung von „eventuell“ erforderlichen Sanierungsarbeiten eine „Neubewertung“ der vorliegenden, nach altem Anforderungsprofil durchgeführten Prüfungsunterlagen vornehmen zu lassen. Aus der Sicht des derzeit geltenden §61a LWG NRW können unnötige -weil wasserrechtlich nicht erforderliche- Reparaturarbeiten an der Entwässerung dadurch verhindert werden.

Darüber hinaus bieten viele Fachunternehmen nicht nur die Dichtheitsprüfung als Dienstleistung an, sondern sind auch mit den unterschiedlichsten Kanalsanierungsverfahren am Markt vertreten. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Dichtheitsprüfung (dicht oder undicht, schadensfrei oder schadhaft) stehen für diese Dienstleister also potenzielle Folgegeschäfte im Bereich Schadensbehebung in Aussicht. Eine ergebnisneutrale Prüfung sowie Empfehlung zur Vorgehensweise, bzw. zur anzuwendenden Sanierungsstrategie im Schadensfall steht häufig im Konflikt mit den firmeneigenen Interessen.

Hier ist der VuSD mit seiner unabhängigen Nachprüfstelle behilflich. Sie versteht sich als neutrale Ansprechstelle des Grundstückeigentümers und Auftraggebers für die Einholung einer „zweiten“ Meinung, wenn es um die fachgerechte Bewertung festgestellter Schäden gemäß Bildreferenzkatalog und die zugehörigen Sanierungsfristen geht. Diese Begutachtung durch den VuSD ist frei von weitergehenden wirtschaftlichen Interessen an der Sanierungsausführung.

Grundsätzlich empfiehlt der VuSD, die Beratung, Prüfung und Untersuchung vertraglich von eventuellen Bauleistungen zu trennen. Eigentümer erhalten so in jedem Fall die Gewähr für eine fachgerechte, ergebnisoffene Prüfung der Grundstücksentwässerungsanlagen und eine im Fall der Fälle am tatsächlichen Bedarf des Leitungsbetreibers ausgerichtete Sanierungsplanung. Dadurch bekommt der Eigentümer ein hohes Maß an Kontrolle und Sicherheit, dass nicht mehr repariert wird als gesetzlich erforderlich. Ebenso wird darauf geachtet, dass die ggf. erforderlichen Bauleistungen dem vereinbarten Umfang, den vereinbarten Qualitäten sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Aus diesem Grund trennen die unabhängigen Sachkundigen des VuSD (Verband der unabhängigen Sachkundigen für Dichtheitsprüfungen e.V.) strikt zwischen der Funktions- bzw. Dichtheitsprüfung und der gewerblichen Sanierung, bzw. dem Neubau.

Die Mitglieder des VuSD grenzen sich somit von wirtschaftlichen Interessen der vermeintlichen Komplettanbieter ab, die eine augenscheinlich „billige“ Prüfung als Entree für eine lukrative, oftmals überteuerte oder überflüssige Sanierung nutzen, ohne mögliche günstigere Alternativen berücksichtigen zu können oder zu wollen.

Aber auch für öffentliche Netzbetreiber ist das Konzept der Nachprüfstelle in jeder Hinsicht interessant. Die Umsetzung des §61a LWG NRW wird durch die jeweilige kommunale Aufsichtsbehörde, in der Regel dem Tiefbau- oder Stadtentwässerungsamt, veranlasst und überwacht. Unter Berücksichtigung der in den letzten Jahren immer knapper werdenden öffentlichen Mittel und der ausgedünnten Personaldecke sieht sich die Aufsichtsbehörde nicht nur mit den organisatorischen Aufgaben der systematischen Umsetzung des §61 a konfrontiert. Sie muss auch ihrer Beratungspflicht gegenüber den betroffenen Grundstückseigentümern nachkommen. Die Überwachungsbehörde muss diese Aufgaben also trotz schwieriger Randbedingungen bewältigen.

Durch das Angebot des VuSD können hilfesuchende Grundstückseigentümer zum einen von der Kommune auf eine unabhängige Nachprüfstelle hingewiesen und so die Kommune deutlich in ihren Aufgaben entlastet werden. Zum anderen können Kommunen den Service des VuSD auch direkt in Anspruch nehmen.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die an der Umsetzung des § 61a LWG NRW beteiligten Parteien - Auftraggeber/Grundstückseigner; Auftragnehmer/gewerblicher Dienstleister sowie die Aufsichtsbehörde mit unterschiedlichen Wissensständen, Erwartungen bzw. Zielsetzungen in die Thematik einsteigen und somit entsprechende Streit- oder Konfliktfälle vorprogrammiert sind.

Der VuSD bietet mit der Nachprüfstelle und seinen weiteren Angeboten allen Beteiligten eine bundesweite, kompetente und unabhängige Prüfung und Beratung an

Alle an den VuSD gestellten Anfragen werden zentral erfasst und anschließend an einen ortsnahen VuSD-Sachkundigen weitergeleitet. Dieser kann im Bedarfsfall auf kurzem Wege direkt Kontakt mit dem Grundstückseigentümer aufnehmen. Die Berechnung für die Nachprüfung einer Standard-Grundstücksentwässerung erfolgt nach einem festgelegten Satz und ist für private Grundstückeigentümer besonders attraktiv.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.vusd.de. Schriftliche Anfragen richten Sie bitte an den VuSD e.V. - Nachprüf- und Beratungsstelle, Bullerteichstraße 10, 49492 Westerkappeln.