Vorgehensweise bei einer Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen

Ziel:

Erlangung der Dichtheitsbescheinigung bei unabhängiger Prüfung und Beratung:

1. Ortsbesichtigung

  • Grundlagenermittlung
  • Festlegung der Prüfmethode
  • Erkundung von Revisionsöffnungen
  • Festlegung der Prüfabschnitte (z.B. welche Leitungen nicht zu prüfen sind)
  • Abwägung und Wahl des Prüfverfahrens.
    Je nach Alter der Leitungen, Material und ob Pläne vorhanden sind, bzw. ob der Leitungsverlauf rekonstruierbar ist, kommen eine Wasserfüllstandsmessung, selten eine Wasserdruckprüfung oder eine optische Inspektion mit Kamera Einsatz. 
  • Erstellung einer Skizze mit Darstellung von Revisionsöffnungen und grober Leitungsführung als Arbeitsunterlage für die untersuchende Firma

2. Dichtheitsprüfung

Hinweis:
Für die optische Inspektion gilt zusätzlich die Durchführung einer Rohrreinigung.

 

Um eine aussagekräftige Aussage zum Zustand der Entwässerungsleitungen erhalten zu können, ist eine an die örtlichen Gegebenheiten und vor allem mit Rücksicht auf die ggf. alten Rohrmaterialien gründliche, aber rohrschonende Reinigung sämtlicher Leitungsabschnitte erforderlich.
Ausnahmen bestehen nur in den Fällen, wo der Zustand der Leitung so marode ist, dass ein größerer Schaden zu vermuten ist oder die Leitung mit der zur Verfügung stehenden Technik nicht gereinigt werden kann.

 

Ein Pumpendruck zwischen 20 und 150 bar ist dabei vollkommen ausreichend und sollte nicht überschritten werden. (Vermeintliche Drücke von mehreren hundert bar, bis hin zu angeblichen 1200 bar sind im Übrigen von der in der Rohrreinigung eingesetzten Technik gar nicht erst erreichbar.)
Ohne Reinigung keine Inspektion !


Grundsätzlich gehört zu jeder aussagekräftigen TV-Untersuchung eines Leitungsnetzes die Dokumentation.
Sie hat mindestens folgenden Inhalt: 

  • Haltungsberichte und -grafiken
  • Videodokumentation, einschl. DVD mit automatisch abspielbaren
    Videodateien.
  • Mindestens eine Skizze des tatsächlichen Leitungsverlaufes oder  Bestandsplan bzw. Bestandsskizze  

Lassen Sie sich nicht etwas scheinbar billiges an der Haustür aufdrängen! Keine Haustürgeschäfte und schon gar nie und nimmer nicht mit der Verpflichtung, dass gefundene Schäden automatisch einen Sanierungsauftrag nach sich ziehen durch die inspizierende Firma.

 

Durchführung der eigentlichen Dichtheitsprüfung/Funktionsprüfung:

  • Wasserfüllstandsmessung, Luft-/ Wasserdruckprüfung oder
    Überprüfung durch eine optische Inspektion.
  • Zustandsbewertung der untersuchten Leitungen nach den gültigen Kriterien und örtlichen Anforderungen.
  • Sind die Leitungen ohne relevante Schäden: Ja
    -> Ausstellen der Prüfprotokolle zur Vorlage bei der zuständigen Behörde
    -> Frist zur nächsten Prüfung = 20 Jahre
  • Sind die Leitungen ohne relevante Schäden: Nein
    -> Ausstellen der Prüfprotokolle und der Schadensdokumentation zur Vorlage bei der zuständigen Behörde
    -> Auf Wunsch Sanierungsplanung
    -> Frist zur Wiederholungsprüfung in Abhängigkeit der Schadensklasse
        zwischen 3 Monaten und 5 Jahren.

3. Auf Wunsch im Bedarfsfall: Sanierungsplanung und Kostenschätzung

Wurden Schäden festgestellt, die saniert werden müssen (Nicht jeder Schaden ist automatisch ein Sanierungsfall), folgt ein heikles Thema. Die Sanierung von Leitungen auf dem privaten Grundstück.

Bei der Auswahl des Sanierungsverfahrens selbst sollten verschiedene Möglichkeiten abgewogen werden, die sich eben nicht an den Möglichkeiten des Unternehmers orientieren, sondern insgesamt an den vorgefundenen Schäden unter dringender Einhaltung der wirtschaftlichsten Lösungen für den Eigentümer.

 

Hierzu benötigen Sie kompetente Unterstützung durch Ihre Kommune oder eine andere unabhängige Stelle. Die Mitglieder unseres Verbandes haben keine Verquickung mit der gewerblichen Ausführung von Sanierungsarbeiten. Die unabhängigen Sachkundigen beraten und planen nur im Sinne der Interessen des Eigentümers, ohne dabei die gesetzlichen Anforderungen erforderlichen Standrads außer Acht zu lassen. Auch er kann Ihnen daher sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Letzlich sollte die Entscheidung für die wirtschaftlichste Lösung fallen, die sowohl die künftigen Nutzungsgewohnheiten der Bewohner berücksichtigt, als auch die der betroffenen Immobilie einbezieht.

Lassen Sie Ihre Sanierungsangebote von unabhängigen Sachkundigen prüfen oder bitten Sie Ihre Kommune um Hilfe.

  • Ermittlung des technisch sinnvollsten und wirtschaftlichsten Sanierungsverfahrens einschl. Kostenberechnung
  • Abstimmung der Sanierung mit dem Eigentümer
  • Beauftragung und Bauleitung der Sanierungsarbeiten
  • Dichtheitsprüfung bei der Sanierung größerer Abschnitte
  • Abnahme und Erstellung der Abnahmebescheinigung der Sanierungsarbeiten